Stressabbau: „Ruhig Blut!“

Verspannungen, ständige Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden – das sind nur einige Anzeichen von Stress. Weniger bewusst ist den meisten, dass eine ständige psychische Belastung auch unserem Blut schaden kann. Methoden zum Stressabbau können zu einer gesünderen Lebenseinstellung beitragen. Wir stellen Ihnen einige Entspannungstipps vor, die Ihnen helfen sollen, gelassener mit Stress umzugehen.

Älteres Ehepaar macht Yoga zum Stressabbau.

Darum ist Stressabbau im Alltag wichtig

Druck auf der Arbeit, Herausforderung in Familie und Partnerschaft aber auch zu viele geplante Freizeitaktivitäten – oft „stressen“ wir uns, weil wir meinen, alles schaffen zu müssen. Dabei ist chronischer Stress alles andere als gesund.

Was passiert bei Stress im Körper?

Bei Stress schalten wir automatisch in Alarmbereitschaft, der Körper schüttet vermehrt die Hormone Adrenalin und Cortisol aus. Die Folge: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt und es wird mehr Fibrin, der Stoff, der für die Blutgerinnung verantwortlich ist, produziert. Gleichzeitig nimmt der Gegenspieler von Fibrin – die Fibrinauflösung – ab, wodurch das Blut „dicker“ wird und mehr Blutplättchen enthält, die leichter verklumpen können. Bei diesen Stressreaktionen handelt es sich um ein Überbleibsel aus der Steinzeit, das unseren Vorfahren in Gefahrensituationen sehr nützlich war. Denn bei einem Angriff, zum Beispiel von wilden Tieren, mussten Sie entweder kämpfen oder fliehen. Bei Verletzungen war eine rasche Blutgerinnung zudem sehr nützlich, da dadurch die Wunde schneller verschloss. Und selbst heute kann Stress noch kurzfristig unsere Leistungsfähigkeit steigern. Ständiger Stress ist hingegen ungesund und ein Risikofaktor, der unserem Blutfluss schaden kann.

Weniger Stress ist jedoch leichter gesagt als getan – leider lassen sich die meisten Situationen nicht so einfach ändern. Was wir jedoch beeinflussen können, ist der persönliche Umgang mit dem ständigen Druck.

Entspannungstipp 1: Zeit für persönliche Wohlfühlmomente

Egal ob eine halbe Stunde täglich oder ein fester Tag in der Woche: Es ist wichtig, sich selbst hin und wieder eine kurze Auszeit von dem stressigen Alltag zu nehmen, herunterzukommen und neue Kraft zu tanken. Dabei sollten Sie in diesen festen Ruhephasen vor allem an sich selbst denken: Schauen Sie einfach einen schönen Film an oder nehmen Sie sich Zeit für ein gutes Buch.

Ein Entspannungsbad wird ebenfalls meist als wohltuend empfunden. Das warme Wasser löst dabei gleichzeitig angespannte Muskeln. Zudem können Sie den Stressabbau mit duftenden, ätherischen Ölen unterstützen. Hierfür eignet sich beispielsweise Lavendelöl, das eine beruhigende Wirkung hat.

Entspannungstipp 2: Anti-Stress-Übungen erlernen

Um für weniger Stress im Alltag zu sorgen, haben sich außerdem Entspannungstipps wie Yoga, Meditation oder die Progressive Muskelentspannung bewährt. Kurse, in denen Sie diese erlernen können, werden häufig von Krankenkassen angeboten. Bei der letztgenannten Methode spannen Sie verschiedene Muskelgruppen nacheinander an und lösen Sie dann wieder, wodurch eine bessere Durchblutung angeregt werden soll. Hier lesen Sie einige Beispiele, wie die An- und Entspannung durchgeführt werden kann.

  • Setzen Sie sich gerade auf den Stuhl, die Beine angewinkelt und Pressen Sie Ihre Füße für etwa zehn Sekunden fest auf den Boden.
  • Spannen Sie Ihren Po fest an.
  • Winkeln Sie beide Arme im Ellenbogen an und ballen Sie Ihre Hände zu Fäusten.
  • Nun kommen die Muskelgruppen im Gesicht dran: Hier können Sie beispielsweise die Augen zusammenkneifen, die Stirn runzeln und die Zähne fest aufeinanderbeißen.

Die Anspannungen der jeweiligen Muskelgruppen sollten etwa für zehn Sekunden gehalten werden, danach konzentrieren Sie sich auf das Gefühl, das bei der Entspannung eintritt. Nehmen Sie während der Übung tiefe und ruhige Atemzüge ein.

Entspannungstipp 3: Weniger Stress durch eine gesunde Ernährung

In stressigen Phasen ändert sich meist das Essverhalten: Auf aufwendiges Kochen haben gestresste Menschen meist keine große Lust, dafür nehmen Gelüste auf fettreiche Speisen und Süßigkeiten zu. Das kann sich jedoch beim Blick auf die Waage bemerkbar machen, Betroffene fühlen sich dann noch unwohler – ein Teufelskreis entsteht.

Deshalb ist es für den Stressabbau besonders wichtig, auf eine gesunde Ernährung zu achten. Mit viel frischem Obst und Gemüse kann das Immunsystem gestärkt und somit zumindest Folgen von Stress (wie eine höhere Anfälligkeit von Infektionskrankheiten) abgepuffert werden. Kleiner Tipp: Besonders Tomaten sollten allgemein häufig in den Speiseplan integriert werden, da sie viele wichtige Inhaltsstoffe enthalten, die einen gesunden Blutfluss unterstützen.

Lassen Sie sich außerdem für die Mahlzeiten immer genügend Zeit und versuchen Sie regelmäßige Essenszeiten einzuhalten. Dadurch können die Mahlzeiten zu einer Oase der Ruhe im ansonsten hektischen Alltag werden und für weniger Stress sorgen.

Entspannungstipp 4: Stressabbau an der frischen Luft

Einfach mal wieder den Kopf freibekommen und frischen Sauerstoff tanken – ein Spaziergang oder eine sportliche Betätigung ist eine weitere Möglichkeit zum Stressabbau. Der Aufenthalt in der Natur lenkt von lästigen Gedanken ab und durch die Sonnenstrahlen können Sie Vitamin D tanken. Dieses Glückshormon wird durch die UV-B-Strahlung der Sonne auf der Haut gebildet und wirkt sich nicht nur auf unsere Stimmung und das Immunsystem positiv aus, sondern trägt ebenfalls dazu bei, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.

Wichtig:

Menschen, die während der Arbeit viel Sitzen, sollten hin und wieder am Arbeitsplatz Lockerungsübungen durchführen und wenn möglich die Treppen anstatt den Aufzug nehmen, um ihren Bewegungsmangel auszugleichen.

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